Wie wirken Kupferpeptide auf der Haut?
Ein Kupferpeptid-Serum arbeitet am Erscheinungsbild der Haut: Nach acht bis zwölf Wochen täglicher Anwendung erscheint die Haut glatter und ebenmäßiger, feine Linien treten weniger deutlich hervor, die Kontur wirkt straffer. Das ist die kosmetische Zusage, und sie ist der Grund, warum es dieses Serum gibt. Was sie trägt, sind vier veröffentlichte Untersuchungen mit Messwerten zu Hautdichte, Straffheit, Faltenvolumen und Kollagenbildung – klein, älter, aus überwiegend demselben Forschungsumfeld. Diese Arbeiten berichten, was dort gemessen wurde; sie sind kein Beleg für ein einzelnes Produkt, und was ein Kupferpeptid im Körper tut, bleibt eine Aussage der Fachliteratur, nicht ein Versprechen der Maison Covelli.
Was wurde in Studien tatsächlich gemessen?
Vier kosmetische Untersuchungen werden regelmäßig angeführt: eine Gesichtscreme über zwölf Wochen mit 71 Frauen, eine Augencreme über zwölf Wochen mit 41 Frauen, eine Anwendung an der Oberschenkelhaut über zwölf Wochen und eine verkapselte Zubereitung über acht Wochen. Erhoben wurden Hautdichte, Straffheit, Faltenvolumen und Kollagenbildung. Keine der vier Veröffentlichungen nennt die eingesetzte Konzentration.
| Studie | Teilnehmerinnen | Dauer | Gemessen | Konzentration |
|---|---|---|---|---|
| Gesichtscreme (Leyden u. a. 2002, Kongressabstract) | 71 | 12 Wochen | Hautdichte, Straffheit | nicht genannt |
| Augencreme (Leyden u. a. 2002, Kongressabstract) | 41 | 12 Wochen | Vergleich mit Placebo und Vitamin-K-Creme | nicht genannt |
| Oberschenkelhaut, Vergleich mit Vitamin C und Retinsäure (Abdulghani u. a. 1998) | nicht genannt | 12 Wochen | Kollagenbildung | nicht genannt |
| Verkapselte Zubereitung, doppelblind (Badenhorst u. a. 2016) | 40, Halbseitenvergleich | 8 Wochen | Faltenvolumen | nicht genannt |
Die am häufigsten zitierte Arbeit ist ein Kongressbeitrag von Leyden und Kollegen aus dem Jahr 2002, vorgestellt auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology. Einen Zeitschriftenartikel dazu haben wir nicht gefunden; wir kennen ihn nur aus der Übersichtsarbeit von Pickart und Margolina (2018) und haben seine Daten nicht selbst eingesehen. 71 Frauen mit lichtbedingten Hautveränderungen trugen zwölf Wochen lang eine Gesichtscreme mit GHK-Cu auf; berichtet werden anschließend eine höhere Hautdichte und eine geringere Erschlaffung. Die Veröffentlichung nennt die Konzentration nicht, und sie prüfte eine Creme, kein Serum.
Die zweite Untersuchung verglich über zwölf Wochen bei 41 Frauen eine Augencreme mit GHK-Cu gegen ein Placebo und gegen eine Vitamin-K-Creme; in den erhobenen Messwerten schnitt die Kupferpeptid-Creme besser ab. Auch sie ist ein Kongressbeitrag derselben Gruppe aus dem Jahr 2002, bekannt nur über die Übersichtsarbeit. Maison Covelli führt kein Augenprodukt – dieser Befund ist Kontext, kein Argument für ein Serum.
Die dritte Untersuchung ist diejenige, die in der Fachliteratur am häufigsten zitiert wird, und sie ist zugleich die, die am häufigsten falsch wiedergegeben wird. Nach der Übersichtsarbeit von Loren Pickart und Anna Margolina (Int. J. Mol. Sci. 2018;19(7):1987) wurde in einer Anwendung an der Oberschenkelhaut über zwölf Wochen bei 70 % der Teilnehmerinnen eine vermehrte Kollagenbildung festgestellt – gegenüber 50 % unter einer Vitamin-C-Creme und 40 % unter Retinsäure. Das ist der Befund, so wie er dort steht. Die Originalarbeit (Abdulghani u. a., 1998) trägt im Titel die Bezeichnung Pilotstudie; ihre Zusammenfassung war uns nicht zugänglich.
Und das ist auch alles, was er ist. Die Veröffentlichung nennt weder die eingesetzte Konzentration noch die Zahl der Teilnehmerinnen; Retinsäure ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff und keine Pflege, mit der sich ein Serum vergleichen ließe; und ein in der Haut gemessener Vorgang ist etwas anderes als das, was ein kosmetisches Mittel zusagen darf. Wir geben die Zahl wieder, weil sie zur Literatur über den Wirkstoff gehört und weil das Verschweigen eines bekannten Befundes niemandem hilft. Wir leiten daraus nichts über das Serum N°1 der Maison Covelli ab: dessen Rezeptur ist eine andere, ihre Konzentration steht auf der Verpackung, und eine eigene Untersuchung dazu gibt es nicht.
Die vierte Arbeit ist eine Doppelblindstudie über acht Wochen mit einer verkapselten GHK-Cu-Zubereitung (Badenhorst u. a., 2016). Die Übersichtsarbeit nennt keine Teilnehmerzahl, die Originalveröffentlichung schon: 40 Frauen zwischen 40 und 65 Jahren, jede mit einer Gesichtshälfte als Vergleich, also rund 20 Frauen je Vergleichsprodukt; 39 schlossen die Studie ab. Die geprüften Seren stammten von einer Kosmetikmarke, die die Studie mitfinanzierte; gemessen wurde in einem dermatologischen Prüfinstitut. Berichtet wird ein geringeres Faltenvolumen im Vergleich zur Kontrolle. Auch hier steht keine Konzentration in der Veröffentlichung, und die verkapselte Zubereitung unterscheidet sich von einem wässrigen Serum: Der Befund lässt sich weder auf ein Serum noch auf ein bestimmtes Produkt übertragen. Die Prozentzahlen, die zu dieser Studie in Zusammenfassungen kursieren, geben wir bewusst nicht wieder – sie stammen aus dem Vergleich mit einer anderen Zubereitung und wären als Argument für ein Serum irreführend.
Wie belastbar ist die Studienlage zu GHK-Cu?
Mäßig. Der Großteil der Veröffentlichungen zu GHK-Cu hat denselben Autor, die Teilnehmerzahlen liegen zwischen 40 und 71, die Finanzierung ist industrienah, und die untersuchten Konzentrationen stehen in keiner der Arbeiten. Das entwertet die Daten nicht, es begrenzt aber, was sich daraus sagen lässt.
Wer nach „GHK-Cu Wirkung“ sucht, landet fast immer bei derselben Übersichtsarbeit: Loren Pickart und Anna Margolina, veröffentlicht 2018. Pickart hat das Tripeptid 1973 im menschlichen Plasma beschrieben und ist zugleich Gründer einer Kosmetikmarke mit Kupferpeptiden. Das ist kein Ausschlussgrund. Es ist ein Interessenkonflikt, den man nennt, statt ihn zu verschweigen.
Hinzu kommt ein Registerbruch, der in fast jedem Beitrag zum Thema übersehen wird. Die Fachliteratur beschreibt Vorgänge im Körper; ein kosmetisches Mittel darf ausschließlich das Erscheinungsbild der Haut beschreiben. Aussagen aus dem einen Register lassen sich nicht in das andere übertragen, auch dann nicht, wenn sie für sich genommen zutreffen.
Die kosmetischen Studien selbst sind zusätzlich klein und überwiegend alt. 40 bis 71 Teilnehmerinnen sind Größenordnungen, in denen der Zufall mitspielt; zwölf Wochen sind ein kurzer Zeitraum; und ein Ergebnis ohne Angabe der geprüften Konzentration lässt sich auf kein anderes Produkt übertragen. Was fehlt, ist eine unabhängige, größere und veröffentlichte Untersuchung mit genannter Dosierung. Sie existiert bislang nicht.
Was bringt ein GHK-Cu-Serum im Alltag?
Ein Kupferpeptid-Serum arbeitet am Erscheinungsbild, und dort leistet es Sichtbares: Nach acht bis zwölf Wochen täglicher Anwendung erscheint die Haut glatter und ebenmäßiger, feine Linien treten weniger deutlich hervor, die Kontur wirkt straffer und das Hautbild gleichmäßiger. Dazu kommt die Feuchtigkeit, die ein wässriges Serum in der obersten Hautschicht hält – spürbar ab der ersten Anwendung, während das Übrige Wochen braucht. Das ist eine Zusage, keine Andeutung. Was nicht dazugehört: eine Aussage über Vorgänge im Körper. Wer eine Hautveränderung beobachtet, klärt sie ärztlich ab und nicht mit einem Serum.
Das ist weniger, als die Werbung verspricht, und mehr, als es zunächst klingt. Ein Wirkstoff mit einer seit 1973 beschriebenen Struktur, einer eindeutigen INCI-Bezeichnung und vier veröffentlichten Anwendungsstudien ist in der Pflege keine Selbstverständlichkeit. Wie ein solches Serum aufgebaut ist, was auf der Packung steht und wie es angewendet wird, steht im Leitfaden zum GHK-Cu-Serum.
Wann zeigt sich etwas auf der Haut?
Nach acht bis zwölf Wochen – das ist der einzige dokumentierte Zeitraum. Kürzere Abstände wurden nicht untersucht. Kosmetik folgt dem Rhythmus der Hauterneuerung, nicht dem Kalender einer Kampagne: Wer nach zwei Wochen ein Ergebnis verspricht, verspricht mehr, als je gemessen wurde.
Praktisch heißt das: täglich anwenden, frühestens nach zwei Monaten beurteilen und in dieser Zeit nur eine Variable ändern. Wer gleichzeitig drei Produkte neu einführt, weiß am Ende nicht, welches den Unterschied gemacht hat. Ein Foto bei gleichem Licht am ersten Tag ist dabei nützlicher als jede Erinnerung.
Warum nennen die Studien keine Konzentration?
Weil die Veröffentlichungen sie schlicht auslassen, und zwar bei allen vier Arbeiten. Damit fehlt die wichtigste Angabe für einen Vergleich. Erschwerend kommt hinzu, dass Prozentangaben bei Kupferpeptiden uneinheitlich benutzt werden: Sie können den Anteil der fertigen Wirkstofflösung meinen oder den des reinen Peptids.
Zwischen beiden Bezugsgrößen liegt oft der Faktor 200. Handelsübliche Rohstofflösungen werden mit 2000 oder 5000 ppm angeboten, also mit 0,2 % oder 0,5 % Peptid in der Lösung. Ein Serum, das mit „1 % Kupferpeptid“ wirbt, meint deshalb meist ein Prozent dieser Lösung und nicht ein Prozent reines Peptid. Wer vergleicht, sollte prüfen, worauf sich eine Zahl bezieht.
Für die Studienlage folgt daraus eine unbequeme Konsequenz: Kein veröffentlichtes Ergebnis lässt sich einer bestimmten Dosierung zuordnen, und eine optimale Konzentration ist in der Literatur nirgends beschrieben. Wer eine solche Zahl nennt, nennt eine Marktkonvention, keinen Befund. Die genaue Konzentration eines Serums steht auf der Verpackung.
Was lässt sich aus der Studienlage nicht ableiten?
Kein Versprechen für den Einzelfall, keine Aussage über Vorgänge im Körper und keine Übertragung auf andere Anwendungsformen. Untersucht wurden fertige kosmetische Zubereitungen an kleinen Gruppen über wenige Wochen, gemessen am Erscheinungsbild der Haut. Alles Weitere ist Auslegung und kein Befund.
Ein Beispiel, das besonders oft falsch verwendet wird: Der Gehalt an GHK im Blutplasma sinkt mit dem Alter, von etwa 200 ng/ml mit 20 Jahren auf rund 80 ng/ml mit 60 Jahren. Ein Serum gleicht diesen Wert nicht aus – es wird äußerlich aufgetragen und bleibt eine kosmetische Anwendung. Die Zahl beschreibt den Körper, nicht die Leistung einer Pflege.
Ebenso wenig lässt sich von der Kosmetik auf injizierbare Zubereitungen schließen: Das ist ein anderer rechtlicher Rahmen, und die Frage gehört in eine ärztliche Sprechstunde. Wer wissen möchte, wie ein Kupferpeptid auf der Haut vertragen wird und was zu Schwangerschaft und Stillzeit bekannt ist, findet die belegten Angaben unter GHK-Cu-Nebenwirkungen.
Das Serum N°1 · Copper Peptide von Maison Covelli finden Sie in der Kollektion: 30 ml, Glasflakon mit Pipette, formuliert und hergestellt in Italien.
Studien und Quellen
- Pickart L., Margolina A.: Regenerative and Protective Actions of the GHK-Cu Peptide in the Light of the New Gene Data. Int J Mol Sci 2018;19(7):1987 – Übersichtsarbeit; Quelle für die Befunde zur Gesichtscreme, zur Augencreme und zur Oberschenkelhaut
- Leyden J. u. a.: Skin Care Benefits of Copper Peptide Containing Facial Cream sowie … Eye Creams. Kongressabstracts, 60. Jahrestagung der American Academy of Dermatology, 2002 – nicht online veröffentlicht, zitiert nach Pickart und Margolina (2018)
- Abdulghani A. u. a.: Effects of topical creams containing vitamin C, a copper-binding peptide cream and melatonin compared with tretinoin on the ultrastructure of normal skin – a pilot clinical, histologic, and ultrastructural study. Dis Manag Clin Outcomes 1998;1(4):136-141
- Badenhorst T., Svirskis D., Merrilees M., Bolke L., Wu Z.: Effects of GHK-Cu on MMP and TIMP Expression, Collagen and Elastin Production, and Facial Wrinkle Parameters. J Aging Sci 2016;4(3):166 – die Zeitschrift ist nicht in PubMed gelistet
Dieser Beitrag beschreibt kosmetische Mittel und ihre Inhaltsstoffe. Er bezieht sich auf das Erscheinungsbild der Haut und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Hautveränderungen, in der Schwangerschaft oder bei bekannten Unverträglichkeiten wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Maison Covelli verkauft ausschließlich kosmetische Mittel zum Auftragen auf die Haut. Zu injizierbaren Zubereitungen geben wir keine Auskunft.
Häufige Fragen
Wann wirkt GHK-Cu?
Die vorliegenden Studien messen nach acht bis zwölf Wochen täglicher Anwendung. Kürzere Zeiträume wurden nicht untersucht. Realistisch ist deshalb, ein Kupferpeptid-Serum zwei bis drei Monate lang täglich anzuwenden und das Erscheinungsbild der Haut erst danach zu beurteilen. Ein früheres Urteil beruht auf Erwartung und nicht auf Beobachtung.
Was bringt GHK-Cu?
Ein Kupferpeptid-Serum lässt die Haut nach acht bis zwölf Wochen täglicher Anwendung glatter und ebenmäßiger erscheinen, feine Linien treten weniger deutlich hervor, die Kontur wirkt straffer. In den kosmetischen Studien wurden dazu Hautdichte, Straffheit, Faltenvolumen und Kollagenbildung erhoben. Aussagen über Vorgänge im Körper bleiben der Literatur vorbehalten und sind kein Produktversprechen.
Wie gut ist die Studienlage zu GHK-Cu?
Überschaubar. Die meisten Veröffentlichungen stammen aus demselben Forschungsumfeld, die kosmetischen Studien umfassen 40 bis 71 Teilnehmerinnen, bei einer ist die Zahl nicht bekannt, sie sind industrienah finanziert und geben die eingesetzte Konzentration nicht an. Die Daten sind brauchbar als Literatur zum Wirkstoff, nicht als Beleg für ein einzelnes Produkt.
Wie lange sollte man ein GHK-Cu-Serum anwenden?
Mindestens acht bis zwölf Wochen, täglich und ohne Unterbrechung, weil nur dieser Zeitraum untersucht ist. Sinnvoll ist es, in dieser Zeit nur eine Variable der Pflegeroutine zu ändern. Sonst lässt sich am Ende nicht sagen, worauf ein Unterschied zurückgeht. Ein Foto bei gleichem Licht hilft beim Vergleich.
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