GHK-Cu-Serum: Wirkung, Anwendung und Konzentration
Ein GHK-Cu-Serum ist ein kosmetisches Mittel mit dem Tripeptid GHK-Cu, das auf der
Inhaltsstoffliste Copper Tripeptide-1 heißt. Wenige Tropfen kommen auf die
gereinigte Haut, vor der Creme. Es lässt die Haut sichtbar glatter und
ebenmäßiger erscheinen, mindert das Erscheinungsbild feiner Linien und lässt die
Kontur straffer wirken. Ein Arzneimittel ist es nicht.
Was ist GHK-Cu?
GHK-Cu ist ein Tripeptid aus den Aminosäuren Glycin, Histidin und Lysin, das ein
Kupferion bindet. Loren Pickart beschrieb es 1973 im menschlichen Plasma. In der
Pflege wird es Seren, Cremes und Ampullen zugesetzt; auf der Verpackung erscheint
es unter dem INCI-Namen Copper Tripeptide-1.
Der Name ist eine Abkürzung. G, H und K stehen für die drei Aminosäuren, Cu für Kupfer. Beides gehört zusammen: Ohne das gebundene Kupferion ist es ein anderes Molekül mit anderen Eigenschaften. Genau diese Verbindung macht den Wirkstoff auch sichtbar, dazu weiter unten mehr. Woher das Molekül stammt und was der Begriff Kupferpeptid genau umfasst, steht in Was sind Kupferpeptide.
Ein Befund wird in Beiträgen über GHK-Cu besonders häufig zitiert: Der Gehalt an GHK im Blutplasma sinkt mit dem Alter, von etwa 200 ng/ml mit 20 Jahren auf rund 80 ng/ml mit 60 Jahren (Pickart und Margolina, 2018). Der Satz wird in der Werbung gern verkürzt, und die Grenze gehört dazu: Ein Serum gleicht diesen Wert nicht aus. Es wird äußerlich aufgetragen, bleibt eine kosmetische Anwendung und ist kein Ersatz für einen körpereigenen Stoff.
In der Kosmetik ist Copper Tripeptide-1 ein zulässiger Inhaltsstoff. Jedes
kosmetische Mittel wird vor dem Inverkehrbringen im europäischen Portal CPNP
gemeldet und hat eine verantwortliche Person in der EU – das gilt für ein
Kupferpeptid-Serum ebenso wie für eine Handcreme.
Der INCI-Name auf der Packung
Auf der Inhaltsstoffliste steht der Wirkstoff als Copper Tripeptide-1
(CAS 89030-95-5, so auch in der Datenbank PubChem). Wer prüfen möchte, ob ein Produkt ihn wirklich enthält, sucht
diesen Eintrag – nicht das Wort Kupferpeptid in der Werbung.
Die Liste führt die Bestandteile in abnehmender Reihenfolge ihres Gewichts auf. Anteile unter einem Prozent dürfen danach in beliebiger Reihenfolge stehen. Peptide werden in sehr kleinen Anteilen eingesetzt und stehen deshalb meist im hinteren Teil der Liste. Eine späte Position ist also normal und erlaubt keinen Rückschluss auf einen Prozentwert.
Warum ist ein GHK-Cu-Serum blau?
Die Farbe stammt vom Kupfer selbst, nicht von einem Farbstoff. An das Peptid gebunden schluckt das Kupferion einen Teil des sichtbaren Lichts und wirft Blau zurück. Auf der Haut verteilt verschwindet der Ton innerhalb von Sekunden. Bei sehr kleinen Einsatzmengen kann der Ton allerdings kaum sichtbar sein – aus der Farbe allein lässt sich deshalb weder auf das Vorhandensein noch auf die Menge des Wirkstoffs schließen.
Für die Praxis heißt das zweierlei. Ein kräftiges Blau im Glas belegt keine hohe
Dosierung, sondern nur, dass Kupfer an das Peptid gebunden vorliegt. Und wer wissen
will, ob ein Produkt den Wirkstoff überhaupt enthält, liest die Inhaltsstoffliste:
dort steht Copper Tripeptide-1 – oder eben nicht.
Dasselbe Prinzip gibt dem Mineral Covellin seine indigoblaue Farbe: ein Kupfersulfid, das der Maison Covelli ihren Namen gegeben hat. Die Intensität des Blaus taugt allerdings nicht als Qualitätsmerkmal. Sie hängt von der Konzentration und vom Rest der Rezeptur ab, nicht von der Sorgfalt des Herstellers.
Was kann ein Kupferpeptid-Serum leisten?
Bei täglicher Anwendung über acht bis zwölf Wochen erscheint die Haut sichtbar glatter und ebenmäßiger, das Erscheinungsbild feiner Linien wird gemindert, die Kontur wirkt straffer und das Hautbild gleichmäßiger. Die Feuchtigkeit, die ein wässriges Serum in der obersten Hautschicht hält, ist früher spürbar – meist ab den ersten Anwendungen. Das sind kosmetische Zusagen, und sie sind der Grund, warum es dieses Serum gibt.
Was daneben in der Fachliteratur steht, ist etwas anderes und bleibt es auch. Nach der Übersichtsarbeit von Loren Pickart und Anna Margolina (Int. J. Mol. Sci. 2018;19(7):1987) wurde in einer Anwendung an der Oberschenkelhaut über zwölf Wochen bei 70 % der Teilnehmerinnen eine vermehrte Kollagenbildung festgestellt, gegenüber 50 % unter einer Vitamin-C-Creme und 40 % unter Retinsäure. Die Veröffentlichung nennt weder die Konzentration noch die Zahl der Teilnehmerinnen. Ein gemessener Vorgang in der Haut ist Literatur zum Wirkstoff – kein Beleg für ein einzelnes Produkt und kein Versprechen für einen einzelnen Menschen. Zu den Seren der Maison Covelli liegt keine eigene Studie vor.
In einer Studie über zwölf Wochen mit 71 Frauen mit lichtbedingten Hautveränderungen wurde nach Anwendung einer GHK-Cu-Creme eine höhere Hautdichte gemessen. Die verwendete Konzentration wird in der Veröffentlichung nicht genannt. Beide Creme-Studien sind Kongressbeiträge von Leyden und Kollegen aus dem Jahr 2002; wir kennen sie nur aus der Übersichtsarbeit von Pickart und Margolina, nicht aus eigener Einsicht in die Daten. Eine zweite Untersuchung verglich über zwölf Wochen bei 41 Frauen eine GHK-Cu-Augencreme mit einem Placebo und einer Vitamin-K-Creme; die GHK-Cu-Creme schnitt in den erhobenen Messwerten besser ab.
Beide Studien sind klein, älter und industrienah, und sie stammen weitgehend aus einem einzigen Forschungsumfeld. Wie belastbar diese Studienlage ist und was sich daraus gerade nicht ableiten lässt, steht ausführlich in Wie wirken Kupferpeptide auf der Haut. Der gemessene Zeitraum liegt bei acht bis zwölf Wochen. Kürzere Fristen sind nicht untersucht – wer nach zwei Wochen ein Ergebnis verspricht, verspricht mehr, als gemessen wurde.
Was ein kosmetisches Serum nicht leistet, gehört in denselben Abschnitt. Es macht keine Aussage über Vorgänge im Körper und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Und es gibt keine Untersuchung zu genau diesem Produkt: Zu den Seren der Maison Covelli liegt keine eigene Studie vor. Was vorliegt, ist Literatur zum Wirkstoff – sie wird hier zitiert, wie sie ist.
Welche Konzentration ist üblich?
Prozentangaben bei Kupferpeptiden sind uneinheitlich. Manche Marken nennen den Anteil der fertigen Wirkstofflösung, andere den Anteil des reinen Peptids. Zwischen beiden liegt oft der Faktor 200. Rohstoffdatenblätter nennen Einsatzmengen für die Wirkstofflösung, nicht für das reine Peptid. Und sie gehen weit auseinander: ein Lieferant empfiehlt 0,01 bis 0,05 % seiner 5000-ppm-Lösung im fertigen Produkt, ein anderer 6 bis 10 % seiner 2000-ppm-Lösung. Angeboten werden solche Lösungen häufig mit 2000 oder 5000 ppm.
| Angabe auf der Packung | Was gemeint sein kann | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| „1 % Kupferpeptid“ | 1 % der fertigen Wirkstofflösung | nach der Bezugsgröße fragen |
| „5000 ppm“ | 0,5 % Peptid in der Lösung | Rohstoffangabe, keine Rezepturangabe |
Copper Tripeptide-1 in der INCI-Liste | der Wirkstoff ist enthalten | die Position sagt nichts über den Anteil |
Die Umrechnung selbst ist einfach: 10 000 ppm entsprechen 1 %, 5000 ppm also 0,5 % und 2000 ppm 0,2 %. Diese Werte beziehen sich allerdings auf die Rohstofflösung, nicht auf das fertige Serum. Wird eine solche Lösung zu einem Anteil von 1 % in eine Rezeptur eingearbeitet, bleibt vom reinen Peptid ein Bruchteil eines Promilles übrig.
Die Tabelle erklärt, warum zwei Seren mit derselben Zahl auf der Vorderseite sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein können. Wer vergleicht, sollte deshalb immer prüfen, worauf sich die Zahl bezieht – und im Zweifel beim Hersteller nachfragen. Die übrigen Punkte, die sich vor einem Kauf prüfen lassen – Verpackung, Herkunft, verantwortliche Person –, betreffen den rechtlichen Rahmen und stehen unter GHK-Cu in Deutschland.
Eine optimale Konzentration ist in der Literatur nicht beschrieben. Wer eine nennt, gibt eine Meinung als Messwert aus. Für das Serum der Maison Covelli gilt der schlichte Satz: Die genaue Konzentration steht auf der Verpackung.
Wie wird ein GHK-Cu-Serum angewendet?
Wenige Tropfen auf die gereinigte, trockene Haut, morgens oder abends, vor der Creme. Entscheidend ist weniger die Tageszeit als der Schritt davor und danach: Im selben Schritt sollten weder ein Serum mit reiner Ascorbinsäure noch ein Peeling zum Einsatz kommen.
Die Reihenfolge folgt der Textur. Nach der Reinigung kommt das Serum, danach die Creme, morgens zum Schluss der Sonnenschutz. Ein Serum bringt den Wirkstoff in einer leichten Zubereitung auf die Haut, die Creme hält Feuchtigkeit und schließt ab: zwei Schritte, keine Konkurrenz. Worin sich die beiden Zubereitungen unterscheiden und warum das keine Entweder-oder-Frage ist, steht in GHK-Cu-Creme oder Serum.
Vor der ersten vollflächigen Anwendung empfiehlt sich ein Test in der Armbeuge: eine kleine Menge auftragen und 24 Stunden beobachten. Auf verletzter oder gereizter Haut wird kein Serum aufgetragen. Kupfer gilt im Vergleich zu anderen Metallen als sehr schwaches Kontaktallergen (Fage u. a., 2014). Achten sollte man trotzdem auf örtliche Reaktionen wie Rötung, ein leichtes Kribbeln oder Trockenheit. Die Einzelheiten dazu stehen in GHK-Cu-Nebenwirkungen.
Ein Hinweis zur Abgrenzung: Dieser Beitrag spricht ausschließlich von Kosmetik zum Auftragen auf die Haut. Injizierbare Zubereitungen fallen unter einen anderen Rechtsrahmen und gehören in eine ärztliche Sprechstunde. Die Einordnung dazu steht in Ist GHK-Cu in Deutschland legal.
Womit lässt es sich kombinieren?
Die Frage ist keine Frage der Gefahr, sondern eine Frage des pH-Werts und der Hautverträglichkeit. Wirkstoffe, die bei niedrigem pH-Wert arbeiten, gehören in einen anderen Schritt oder an einen anderen Tag. Alles, was nahe dem neutralen Bereich liegt, lässt sich ohne Weiteres darüberlegen.
| Wirkstoff | Im selben Schritt? | Warum | Lösung |
|---|---|---|---|
| Vitamin C (Ascorbinsäure) | nein | niedriger pH-Wert, gegenseitige Instabilität | morgens das eine, abends das andere |
| Vitamin-C-Derivate | eher ja | höherer pH-Wert | nacheinander auftragen |
| Retinol | besser nicht | Hautverträglichkeit, keine Chemie | an verschiedenen Abenden |
| Niacinamid | ja | pH nahe neutral | Niacinamid zuerst |
| Hyaluronsäure | ja | pH nahe neutral | beliebige Reihenfolge |
| AHA / BHA | nein | niedriger pH-Wert | anderer Tag |
Der Fall Vitamin C erklärt das Muster. Reine Ascorbinsäure arbeitet bei niedrigem pH-Wert; in diesem Milieu ist der Kupfer-Peptid-Komplex nicht stabil, und Kupfer beschleunigt umgekehrt die Oxidation der Ascorbinsäure – ein aus der Chemie bekannter Vorgang, keine Messung an einem Serum (Buettner und Jurkiewicz, 1996). Beide verlieren also, wenn sie im selben Schritt aufgetragen werden. Für Derivate, die bei höherem pH-Wert arbeiten, stellt sich das Problem in dieser Schärfe nicht.
Zwischen GHK-Cu und Retinol ist keine chemische Unverträglichkeit beschrieben. Getrennt werden die beiden aus einem anderen Grund: Zwei fordernde Wirkstoffe an einem Abend reizen die Haut leichter. Die ausführliche Fassung, mit je einer Routine für morgens und abends, steht in Kupferpeptide mit Retinol, Vitamin C oder Niacinamid kombinieren.
Das Serum N°1 · Copper Peptide von Maison Covelli finden Sie in der Kollektion: 30 ml, Glasflakon mit Pipette, formuliert und hergestellt in Italien, bei einem nach ISO 22716 zertifizierten Hersteller.
Studien und Quellen
- Pickart L., Margolina A.: Regenerative and Protective Actions of the GHK-Cu Peptide in the Light of the New Gene Data. Int J Mol Sci 2018;19(7):1987 – Übersichtsarbeit; Plasmawerte, Oberschenkel- und Creme-Studien
- Leyden J. u. a.: Skin Care Benefits of Copper Peptide Containing Facial Cream sowie … Eye Creams. Kongressabstracts, 60. Jahrestagung der American Academy of Dermatology, 2002 – nicht online veröffentlicht, zitiert nach Pickart und Margolina (2018)
- PubChem, Eintrag CID 71587328: Prezatide copper, mit den Synonymen Copper tripeptide-1 und GHK-Cu sowie CAS 89030-95-5
- Fage S. W., Faurschou A., Thyssen J. P.: Copper hypersensitivity. Contact Dermatitis 2014;71(4):191-201 – Übersichtsarbeit zu Kupfer allgemein, nicht zu Kupferpeptiden
- Buettner G. R., Jurkiewicz B. A.: Catalytic metals, ascorbate and free radicals: combinations to avoid. Radiat Res 1996;145(5):532-541 – Grundlagenchemie, keine Kosmetikstudie
Dieser Beitrag beschreibt kosmetische Mittel und ihre Inhaltsstoffe. Er bezieht sich auf das Erscheinungsbild der Haut und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Hautveränderungen, in der Schwangerschaft oder bei bekannten Unverträglichkeiten wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Maison Covelli verkauft ausschließlich kosmetische Mittel zum Auftragen auf die Haut. Zu injizierbaren Zubereitungen geben wir keine Auskunft.
Häufige Fragen
Was ist GHK-Cu?
GHK-Cu ist ein Tripeptid aus den Aminosäuren Glycin, Histidin und Lysin, das ein Kupferion bindet. Loren Pickart beschrieb es 1973 im menschlichen Plasma. In der Kosmetik steht es auf der Inhaltsstoffliste unter dem INCI-Namen Copper Tripeptide-1 und wird Seren, Cremes und Ampullen zugesetzt.
Was macht GHK-Cu?
In einem kosmetischen Serum arbeitet GHK-Cu am Erscheinungsbild der Haut: Sie erscheint bei täglicher Anwendung glatter und ebenmäßiger, feine Linien treten weniger deutlich hervor, die Kontur wirkt straffer. Die vorliegenden Studien dazu sind klein und messen nach acht bis zwölf Wochen. Aussagen über Vorgänge im Körper bleiben der Fachliteratur vorbehalten.
Warum ist ein GHK-Cu-Serum blau?
Die Farbe stammt vom Kupfer selbst, nicht von einem Farbstoff. An das Peptid gebunden schluckt das Kupferion einen Teil des sichtbaren Lichts und wirft Blau zurück. Auf der Haut verteilt verschwindet der Ton innerhalb von Sekunden. Die Intensität des Blaus ist kein Qualitätsmerkmal.
Wie hoch sollte die Konzentration sein?
Eine optimale Konzentration ist in der Literatur nicht beschrieben. Rohstoffdatenblätter nennen Einsatzmengen für die Wirkstofflösung, nicht für das reine Peptid, und die Angaben der Lieferanten gehen weit auseinander. Solche Lösungen werden mit 2000 oder 5000 ppm angeboten. Wichtiger als die Zahl ist ihre Bezugsgröße: Prozent der Lösung oder Prozent des reinen Peptids.
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