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Was macht Retinol mit der Haut?

Benjamin Georges, Gründer7 Min. Lesezeit

Retinol lässt die Haut bei abendlicher Anwendung sichtbar glatter und ebenmäßiger erscheinen, feine Linien treten weniger deutlich hervor. In den ersten Wochen reagiert die Haut häufig mit Trockenheit oder leichter Schuppung. Sichtbar wird der Unterschied nicht in Tagen: Die vorliegenden Untersuchungen messen nach acht Wochen bis zu einem Jahr.

Was macht Retinol mit der Haut?

Retinol ist die alkoholische Form von Vitamin A und einer der am längsten untersuchten Wirkstoffe der Hautpflege. Kosmetisch zugesagt wird ein Erscheinungsbild: glattere, ebenmäßigere Haut, weniger deutlich hervortretende feine Linien, ein verfeinertes Hautbild. Das ist der Grund, warum es dieses Serum gibt.

Alles Weitere gehört in einen anderen Abschnitt und in einen anderen Ton. Was Vitamin A in der Haut auslöst, ist in der Fachliteratur beschrieben, mit Konzentrationen, Fallzahlen und Zeiträumen. Diese Angaben stehen weiter unten – mit Quelle, und ohne sie auf ein einzelnes Produkt zu übertragen.

Auf der Inhaltsstoffliste erscheint der Wirkstoff als Retinol. Verwandte Einträge wie Retinyl Palmitate oder Retinyl Acetate sind Ester desselben Vitamins und werden rechtlich gemeinsam mit ihm geregelt.

Wie wird Retinol in der Haut umgewandelt?

Retinol ist eine Vorstufe. In der Haut wird es in zwei Schritten umgebaut: zuerst zu Retinaldehyd, dann zu Retinsäure. Erst die Retinsäure bindet an die Rezeptoren, an denen die Vitamin-A-Wirkung ansetzt. Jeder Zwischenschritt kostet Ausbeute – deshalb arbeitet Retinol langsamer als eine Form weiter vorn in dieser Kette.

Wie unterschiedlich die einzelnen Vitamin-A-Formen in der Haut ankommen, hat eine Arbeit von Saurat und Kollegen (1994) über die Bildung des Bindungsproteins CRABP-2 verglichen. Die Rangfolge lautete dort: Retinsäure, dann Retinaldehyd, 9-cis-Retinsäure, Retinol und schließlich β-Carotin. Untersucht wurden Konzentrationen von 0,05 %, 0,1 % und 0,5 %; in die Verträglichkeitsprüfungen derselben Arbeit gingen insgesamt 229 Personen ein.

Das ist eine Rangfolge aus dem Labor, kein Maßstab für ein einzelnes Serum. Sie erklärt allerdings, warum die Diskussion um Retinol immer wieder bei der Frage landet, welche Vorstufe man wählt. Der Vergleich der beiden gebräuchlichsten steht in Retinol oder Retinal.

Was wurde in Studien am Menschen gemessen?

Vier Arbeiten werden regelmäßig zitiert. Sie sind unterschiedlich groß, betreffen unterschiedliche Körperstellen und unterschiedliche Konzentrationen – und keine davon untersucht ein Produkt der Maison Covelli.

StudieAnlageTeilnehmendeKonzentration, DauerWas berichtet wird
Kikuchi u. a. 2009doppelblind, gegen Vehikel, Gesichtshälften im Vergleich57, davon 54 ausgewertetRetinol 0,075 %, abends, 26 Wochenfeine Linien bei 27 von 54 gebessert, unter dem Vehikel bei 13 von 54
Tucker-Samaras u. a. 2009doppelblind, gegen Vehikel36 gegen 28Retinol 0,1 %, täglich, 8 WochenFalten, Pigmentierung, Elastizität und Festigkeit
Randhawa u. a. 2015doppelblind, gegen Vehikel62Retinol 0,1 %, 52 WochenLinien im Bereich der Krähenfüße, ungleichmäßige Pigmentierung
Kafi u. a. 2007randomisiert, Arminnenseite, Durchschnittsalter 87 Jahre36Retinol 0,4 %, bis zu dreimal pro Woche, 24 WochenBewertungsskala für feine Falten

Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Tabelle. Kafi u. a. 2007 arbeitete an der Arminnenseite, nicht im Gesicht, und mit 0,4 %. Diese Konzentration liegt über der heute in der EU zulässigen Höchstmenge und ist damit kein Maßstab mehr für ein Gesichtsprodukt. Und die Untersuchung von Kikuchi u. a. 2009 ist die einzige der vier, die eine im Alltag übliche Konzentration abends im Gesicht geprüft hat.

Zu den Seren der Maison Covelli liegt keine eigene Studie vor. Was vorliegt, ist Literatur zum Wirkstoff – sie wird hier zitiert, wie sie ist.

Wie lange dauert es, bis Retinol sichtbar wird?

Frühestens nach acht Wochen, deutlicher nach einem halben bis ganzen Jahr. Das ist kein Erfahrungswert, sondern das, was die vier Arbeiten oben gemessen haben: acht Wochen bei Tucker-Samaras, sechsundzwanzig bei Kikuchi, zweiundfünfzig bei Randhawa. Für vierzehn Tage liegt nichts vor.

Praktisch heißt das: Ein Retinol-Serum wird nicht nach einer Packung beurteilt. Wer nach zwei Wochen abbricht, hat den Zeitraum, in dem überhaupt gemessen wurde, noch nicht erreicht. Was sich früh zeigt, ist die Verträglichkeit – und sie entscheidet darüber, ob man die Monate durchhält.

Warum reagiert die Haut in den ersten Wochen?

Trockenheit, ein Spannungsgefühl und leichte Schuppung sind bei Retinol häufig beschrieben und betreffen vor allem den Anfang. In der Untersuchung von Kikuchi brachen drei von siebenundfünfzig Teilnehmerinnen die Anwendung von 0,075 % wegen Reizungen ab. Ein zweiter Arm derselben Arbeit mit 0,04 % über dreizehn Wochen verlief mit minimaler Reizung – brachte aber auch weniger Besserung.

Eine ältere Verträglichkeitsuntersuchung von Fluhr und Kollegen (1999) verband Pflastertests an sechs Personen über vierzehn Tage mit einer Anwendungsbeobachtung an 355 Personen über 44 Wochen. Retinol und Retinaldehyd zeigten dort ein gleichermaßen geringes Reizpotenzial. Die Konzentrationen sind in der Zusammenfassung nicht angegeben.

BeobachtungWas dazu beschrieben istVorgehen
Trockenheit oder leichte Schuppung in den ersten Wochenbei Retinol häufig berichtetAbstände vergrößern, reichhaltigere Creme darüber
Spannungsgefühl direkt nach dem Auftragentritt häufiger auf noch feuchter Haut aufauf vollständig trockene Haut auftragen
Rötung, die über Stunden bleibt oder jucktmögliche Unverträglichkeitaussetzen, bei Fortbestehen ärztlich abklären lassen

Häufiger als der einzelne Wirkstoff ist im Übrigen die Routine der Auslöser. Wie ein Einstieg aussieht, der die Haut nicht überfordert, steht in Retinol richtig anwenden.

Macht Retinol die Haut lichtempfindlich?

Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission hat Vitamin A 2022 neu bewertet (Stellungnahme SCCS/1639/21). Für Retinol, Retinylacetat, Retinylpalmitat, Retinyllinoleat und Retinal liegen ihm keine klinischen Berichte oder sonstigen Humandaten vor, die auf ein phototoxisches oder photosensibilisierendes Potenzial hindeuten. Der oft gehörte Satz, Retinol mache die Haut lichtempfindlich, ist in dieser Form also nicht belegt.

Der Grund für die abendliche Anwendung ist ein anderer, und er betrifft das Produkt, nicht die Haut: Licht baut den Wirkstoff ab. Eine Analyse von Temova Rakuša und Kollegen (2021) untersuchte sechzehn Retinoid-Verbindungen in zwölf handelsüblichen Kosmetika über sechs Monate. Der Gehalt sank je nach Produkt um 0 bis 80 % bei 25 °C und um 40 bis 100 % bei 40 °C. Der Abbau durch Licht fiel dabei ausgeprägter aus als der durch Wärme. Deshalb der Abend, deshalb ein blickdichtes Behältnis, deshalb kühl und verschlossen lagern.

Unabhängig davon bleibt täglicher Sonnenschutz sinnvoll – das gilt für jede Routine und ist keine Besonderheit von Retinol. Warum die Tageszeit trotzdem zählt, steht ausführlich in Retinol morgens oder abends.

Was macht Retinol nicht?

Ein kosmetisches Serum bezieht sich auf das Erscheinungsbild der Haut. Es trifft keine Aussage über Erkrankungen, ersetzt keine ärztliche Abklärung und ist kein Arzneimittel. Verschreibungspflichtige Zubereitungen mit Retinsäure gehören in eine ärztliche Sprechstunde; sie sind ein anderer Rechtsrahmen, und wir sprechen hier nicht über sie.

Auch die Zahl auf der Vorderseite leistet weniger, als sie verspricht. Die in der EU zulässige Höchstmenge und das, was sie für ein Gesichtsserum bedeutet, sind im Leitfaden zum Retinol-Serum erklärt. Welche Konzentration ein bestimmtes Produkt enthält, sagt allein die Angabe seines Herstellers.

Das Serum N°5 · Retinol von Maison Covelli finden Sie in der Kollektion: 30 ml, Glasflakon mit Pipette, formuliert und hergestellt in Italien.

Studien und Quellen

Die folgenden Arbeiten betreffen den jeweiligen Wirkstoff oder andere Rezepturen. Keine davon untersucht ein Produkt der Maison Covelli.

Dieser Beitrag beschreibt kosmetische Mittel und ihre Inhaltsstoffe. Er bezieht sich auf das Erscheinungsbild der Haut und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Hautveränderungen, in der Schwangerschaft oder bei bekannten Unverträglichkeiten wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Häufige Fragen

Was macht Retinol mit der Haut?

Retinol lässt die Haut bei abendlicher Anwendung über Wochen sichtbar glatter und ebenmäßiger erscheinen; feine Linien treten weniger deutlich hervor, das Hautbild wirkt verfeinert. Das ist die kosmetische Zusage. Was in der Haut selbst geschieht, steht in der Fachliteratur und wird dort mit Konzentration und Dauer beschrieben.

Wie lange dauert es, bis Retinol sichtbar wird?

Die veröffentlichten Untersuchungen messen frühestens nach acht Wochen, die deutlicheren Unterschiede nach sechsundzwanzig bis zweiundfünfzig Wochen. Für zwei Wochen liegt nichts vor. Wer nach vierzehn Tagen ein Ergebnis verspricht, verspricht mehr, als bisher gemessen wurde.

Warum schuppt die Haut nach den ersten Anwendungen?

Trockenheit und leichte Schuppung sind bei Retinol häufig beschrieben und treten vor allem in den ersten Wochen auf. In einer Studie über sechsundzwanzig Wochen brachen drei von siebenundfünfzig Teilnehmerinnen wegen Reizungen ab. Größere Abstände zwischen den Anwendungen und eine reichhaltigere Creme sind die übliche Antwort.

Macht Retinol die Haut lichtempfindlich?

Dem wissenschaftlichen Ausschuss der EU-Kommission lagen für Retinol keine Humandaten vor, die auf ein phototoxisches oder photosensibilisierendes Potenzial hindeuten. Der Grund für die abendliche Anwendung ist ein anderer: Licht baut den Wirkstoff im Produkt ab. Täglicher Sonnenschutz bleibt davon unberührt sinnvoll.

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